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Kapitel 14: Funkbetrieb

Lernziele

Nach diesem Kapitel solltest du:

  • erklären können, wie eine Funkverbindung grundsätzlich aufgebaut wird
  • wissen, was vor dem Senden auf einer Frequenz zu beachten ist
  • einen allgemeinen Anruf mit CQ durchführen und beantworten können
  • Rufzeichen mit der internationalen Buchstabiertabelle korrekt buchstabieren können
  • die wichtigsten Q-Codes verstehen
  • die wichtigsten Amateurfunkabkürzungen kennen
  • einen RS- beziehungsweise RST-Rapport geben können
  • wissen, welche Informationen typischerweise während eines QSO ausgetauscht werden
  • verstehen, weshalb kurze und klare Durchgänge den Funkbetrieb erleichtern
  • UTC im internationalen Funkverkehr richtig einordnen können
  • Rufzeichen, QTH, QSL und QSO begrifflich unterscheiden können
  • Frequenzbelegung, Bandplan und gegenseitige Rücksichtnahme praktisch einordnen können
  • ein einfaches Stationslog führen können

Hinweis zu HB3 und HB9: Q-Codes, gebräuchliche Abkürzungen und die internationale Buchstabiertabelle gehören gemäss BAKOM zum Prüfungsstoff. Die beim technischen Prüfungsstoff vorgesehene geringere technische und rechnerische Komplexität für HB3 ändert nichts daran, dass diese grundlegenden Betriebselemente für beide Ausbildungsstufen wichtig sind.

Der rote Faden

Eine Funkverbindung ist technisch nur möglich, wenn Sender, Empfänger, Antenne und Ausbreitungsbedingungen funktionieren.

Damit daraus aber ein geordneter Funkverkehr entsteht, braucht es zusätzlich eine gemeinsame Betriebspraxis.

Ein typischer Ablauf lautet:

  1. Frequenz auswählen
  2. zuerst hören
  3. prüfen, ob die Frequenz frei ist
  4. CQ rufen oder eine Station gezielt anrufen
  5. Rufzeichen austauschen
  6. Rapport austauschen
  7. weitere Informationen austauschen
  8. QSO sauber beenden
  9. Verbindung bei Bedarf protokollieren

Der wichtigste Grundsatz lautet:

Zuerst hören, dann senden.

Vor dem Senden hören

Eine Frequenz, auf der momentan nichts hörbar ist, muss nicht zwingend frei sein.

Möglicherweise ist:

  • die Gegenstation gerade am Senden, aber bei uns nicht hörbar
  • eine schwache Station aktiv
  • eine Verbindung wegen unterschiedlicher Ausbreitungsbedingungen nur teilweise hörbar
  • eine digitale Betriebsart aktiv
  • eine Station gerade zwischen zwei Durchgängen

Deshalb hört man vor einem eigenen Anruf zunächst aufmerksam auf der Frequenz.

Ist die Frequenz frei?

Bei Sprechfunk kann man beispielsweise fragen:

Ist diese Frequenz in Benutzung?

oder international:

Is this frequency in use?

Danach wartet man kurz auf eine mögliche Antwort.

Im CW-Betrieb wird dafür häufig der Q-Code:

QRL?

verwendet.

QRL bedeutet sinngemäss die Frage:

Sind Sie beschäftigt?

beziehungsweise als Mitteilung:

Ich bin beschäftigt. Bitte nicht stören.

QRL gehört zu den praktisch nützlichen Q-Codes, auch wenn für die Prüfung insbesondere die vom BAKOM bezeichnete Kernliste wichtig ist.

CQ

Die Abkürzung:

CQ

bedeutet:

allgemeiner Anruf an alle Stationen

Wer CQ ruft, sucht grundsätzlich eine Funkverbindung mit einer antwortenden Amateurfunkstation.

Ein typischer internationaler SSB-Anruf könnte lauten:

CQ CQ CQ, this is HB9ABC,
Hotel Bravo Nine Alfa Bravo Charlie,
calling CQ and standing by.

Das Rufzeichen sollte deutlich gesprochen werden.

Bei schwierigen Bedingungen kann es zusätzlich mit dem internationalen Buchstabieralphabet wiederholt werden.

Nicht endlos CQ rufen

Ein guter CQ-Ruf sollte lang genug sein, damit eine andere Station:

  • die Frequenz findet
  • das Rufzeichen aufnehmen kann
  • den Anruf beantworten kann

Danach muss aber eine Empfangspause folgen.

Ein minutenlanger CQ-Ruf ohne Empfangspause verhindert gerade das, was man erreichen möchte:

eine Antwort hören.

Einen CQ-Ruf beantworten

Hört man beispielsweise:

CQ CQ CQ, this is HB9ABC...

kann eine Antwort vereinfacht lauten:

HB9ABC, this is HB9XYZ,
Hotel Bravo Nine X-ray Yankee Zulu.

Die angerufene Station nennt man zuerst.

Danach folgt das eigene Rufzeichen.

Das erleichtert besonders bei schwachen Signalen die Zuordnung.

Rufzeichen sind die Identität der Station

Ein Rufzeichen identifiziert eine Amateurfunkstation beziehungsweise deren Berechtigung.

Ein Schweizer Rufzeichen kann beispielsweise lauten:

HB9ABC

oder bei einer NOVICE-Zulassung entsprechend der vom BAKOM zugeteilten Rufzeichenreihe.

Die genauen schweizerischen Rufzeichenregeln und Rufzeichenzusätze behandeln wir in Kapitel 17.

Für den praktischen Funkbetrieb ist wichtig:

Das Rufzeichen deutlich und eindeutig übermitteln.

Internationale Buchstabiertabelle

Bei schwachen oder gestörten Verbindungen ist es schwierig, einzelne Buchstaben sicher zu unterscheiden.

Deshalb verwendet der internationale Funkverkehr eine festgelegte Buchstabiertabelle.

Es handelt sich um das ICAO-Buchstabieralphabet (International Radiotelephony Spelling Alphabet), oft auch als NATO-Alphabet bezeichnet. Es wurde von der internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO standardisiert und ist über die ITU-Vollzugsordnung für den Funkdienst auch für den Amateurfunk verbindlich. Dieselbe Tabelle wird weltweit in Luftfahrt, Seefahrt, Militär und Amateurfunk verwendet.

Buchstabe Schlüsselwort Aussprache
A Alfa AL-fah
B Bravo BRAH-voh
C Charlie TSCHAR-lie
D Delta DELL-tah
E Echo ECK-oh
F Foxtrot FOKS-trot
G Golf GOLF
H Hotel hoh-TELL
I India IN-dee-ah
J Juliett DSCHU-lie-ett
K Kilo KEY-loh
L Lima LEE-mah
M Mike MEIK
N November no-VEM-ber
O Oscar OSS-kar
P Papa pah-PAH
Q Quebec keh-BECK
R Romeo ROH-me-oh
S Sierra see-ERR-ah
T Tango TANG-goh
U Uniform JU-nih-form
V Victor VIK-tor
W Whiskey WISS-key
X X-ray ECKS-ray
Y Yankee JÄNG-key
Z Zulu SU-lu

Wichtig sind die offiziellen Schreibweisen.

Insbesondere:

Alfa, nicht Alpha

Juliett mit zwei t

Foxtrot mit einem t am Ende

X-ray

Beispiel

Das Rufzeichen:

HB9XYZ

wird buchstabiert als:

Hotel Bravo Nine X-ray Yankee Zulu

Nicht sinnvoll wäre, jedes Mal eigene Wörter zu erfinden.

Bei schwierigen Funkbedingungen ermöglicht gerade die weltweit einheitliche Buchstabiertabelle eine zuverlässige Verständigung.

Warum die Buchstabiertabelle lernen?

Viele Buchstaben klingen über Funk ähnlich.

Beispielsweise:

  • B und D
  • M und N
  • P und B
  • S und F

Rauschen, Fading und Störungen verschärfen dieses Problem.

Ein:

Bravo

ist wesentlich schwerer mit:

Delta

zu verwechseln als lediglich die gesprochenen Buchstaben B und D.

Das QSO

Eine Funkverbindung zwischen Amateurfunkstationen wird üblicherweise als:

QSO

bezeichnet.

Ein QSO kann sehr kurz sein oder ein längeres Gespräch umfassen.

Typischerweise werden zunächst grundlegende Informationen ausgetauscht:

  • Rufzeichen
  • Signalrapport
  • Name
  • Standort
  • eventuell Stationsausrüstung
  • Antenne
  • Sendeleistung
  • Wetter
  • technische Informationen

Welche Informationen ausgetauscht werden, hängt vom Zweck der Verbindung ab.

Ein einfaches erstes QSO

Ein internationaler SSB-Kontakt könnte vereinfacht so ablaufen:

HB9ABC, this is HB9XYZ.

Good evening.
Your report is five and nine.

My name is Peter.
My QTH is Zürich.

How do you copy?
HB9ABC from HB9XYZ.

Die Gegenstation antwortet entsprechend.

Für ein erstes QSO genügt bereits:

  • Rufzeichen
  • Rapport
  • Name
  • QTH

Niemand muss eine komplizierte Funkersprache verwenden, um einen korrekten Amateurfunkkontakt zu führen.

Signalrapport

Ein Signalrapport beschreibt, wie eine Station empfangen wird.

Im Amateurfunk wird dafür häufig das:

RST-System

verwendet.

RST bedeutet:

R = Readability

Lesbarkeit

S = Signal Strength

Signalstärke

T = Tone

Tonqualität

R, Lesbarkeit

Die Lesbarkeit wird auf einer Skala von:

\[ 1 \text{ bis } 5 \]

angegeben.

Vereinfacht:

Wert Bedeutung
1 nicht lesbar
2 kaum lesbar
3 mit Schwierigkeiten lesbar
4 gut lesbar
5 vollständig beziehungsweise ausgezeichnet lesbar

Bei Sprachfunk wird deshalb häufig beispielsweise gesagt:

five nine

oder:

fünf neun

S, Signalstärke

Die Signalstärke wird auf einer Skala von:

\[ 1 \text{ bis } 9 \]

angegeben.

Dabei steht:

1

für ein sehr schwaches Signal

und:

9

für ein sehr starkes Signal.

Ein Rapport:

59

bedeutet also:

  • Lesbarkeit 5
  • Signalstärke 9

T, Tonqualität

Die Tonqualität wird hauptsächlich bei CW verwendet.

Sie wird ebenfalls auf einer Skala von:

\[ 1 \text{ bis } 9 \]

angegeben.

Ein hoher Wert bedeutet einen sauberen Ton.

Ein typischer sehr guter CW-Rapport lautet deshalb:

599

Bei Sprechfunk wird die Tonbewertung normalerweise weggelassen.

Dort verwendet man deshalb:

RS

statt vollständigem RST.

Ein Rapport sollte etwas bedeuten

Im normalen Funkverkehr sollte ein Signalrapport möglichst die tatsächlichen Empfangsbedingungen wiedergeben.

Ein schwaches, verrauschtes Signal ist nicht automatisch:

59

nur weil dieser Wert einfach auszusprechen ist.

Gerade bei Antennenversuchen und technischen Experimenten ist ein realistischer Rapport wesentlich nützlicher.

S-Meter und Rapport

Viele Empfänger besitzen ein S-Meter.

Dieses kann bei der Einschätzung der Signalstärke helfen.

Der RST-Rapport ist trotzdem primär ein praktischer Empfangsrapport und keine hochpräzise Feldstärkemessung.

Geräte können unterschiedliche Anzeigen besitzen und lokale Störungen können den Eindruck zusätzlich verändern.

Q-Codes

Q-Codes sind international festgelegte Drei-Buchstaben-Gruppen.

Sie wurden besonders für die schnelle Funktelegraphie entwickelt, werden aber auch heute im Amateurfunk verwendet.

Ein Q-Code kann je nach Zusammenhang:

  • eine Frage
  • eine Antwort
  • eine Mitteilung

darstellen.

Für die Schweizer Prüfung sind insbesondere die gebräuchlichsten Q-Codes wichtig.

Wichtig zum Verständnis: Q-Codes sind keine Abkürzungen englischer oder anderer Wörter. Sie wurden ursprünglich 1909 für die Landtelegrafie als willkürlich festgelegte Drei-Buchstaben-Codes eingeführt und später international standardisiert, genau damit sie sprachunabhängig verstanden werden. Die Buchstabenfolge selbst hat also keine wörtliche Herkunft, nur die festgelegte Bedeutung zählt.

Alle Q-Codes auf einen Blick

Q-Code Bedeutung Kategorie
QRG genaue Frequenz zusätzlich nützlich
QRH Frequenz schwankt zusätzlich nützlich
QRK Verständlichkeit zusätzlich nützlich
QRL beschäftigt, Frequenz belegt zusätzlich nützlich
QRM Ich werde gestört beziehungsweise meine Übermittlung wird gestört Kernliste (BAKOM)
QRN atmosphärische Störungen beeinträchtigen den Empfang Kernliste (BAKOM)
QRO Sendeleistung erhöhen Kernliste (BAKOM)
QRP Sendeleistung vermindern Kernliste (BAKOM)
QRQ schneller geben zusätzlich nützlich
QRS langsamer geben zusätzlich nützlich
QRT Übermittlung einstellen Kernliste (BAKOM)
QRU keine weiteren Mitteilungen zusätzlich nützlich
QRV Ich bin bereit Kernliste (BAKOM)
QRX Ich werde Sie später beziehungsweise zu einer bestimmten Zeit wieder rufen Kernliste (BAKOM)
QRZ Von wem werde ich gerufen? Kernliste (BAKOM)
QSB Die Signalstärke schwankt Kernliste (BAKOM)
QSL Empfangsbestätigung Kernliste (BAKOM)
QSO Funkverbindung Kernliste (BAKOM)
QSY auf eine andere Frequenz wechseln Kernliste (BAKOM)
QTH Standort Kernliste (BAKOM)

Die folgenden Abschnitte erklären zuerst die Kernliste im Detail, danach die zusätzlichen Codes.

Prüfungsrelevante Q-Codes

Q-Code Bedeutung
QRM Ich werde gestört beziehungsweise meine Übermittlung wird gestört
QRN atmosphärische Störungen beeinträchtigen den Empfang
QRO Sendeleistung erhöhen
QRP Sendeleistung vermindern
QRT Übermittlung einstellen
QRV Ich bin bereit
QRX Ich werde Sie später beziehungsweise zu einer bestimmten Zeit wieder rufen
QRZ Von wem werde ich gerufen?
QSB Die Signalstärke schwankt
QSL Empfangsbestätigung
QSO Funkverbindung
QSY auf eine andere Frequenz wechseln
QTH Standort

QRM und QRN

Diese beiden werden besonders häufig verwechselt.

QRM

Störung durch andere Funkübertragungen beziehungsweise technische Signale

Beispiel:

Eine andere Station sendet unmittelbar neben unserer Frequenz.

QRN

atmosphärische beziehungsweise natürliche Funkstörungen

Beispiel:

Gewitterentladungen erzeugen starkes Knacken auf Kurzwelle.

Merkhilfe:

QRM kommt vom Funkbetrieb oder technischen Störsignalen, QRN von natürlichen atmosphärischen Störungen.

QRP und QRO

QRP

bedeutet ursprünglich:

Sendeleistung vermindern.

Im praktischen Amateurfunk wird QRP zusätzlich als Bezeichnung für Funkbetrieb mit kleiner Sendeleistung verwendet.

QRO

bedeutet:

Sendeleistung erhöhen.

Diese Begriffe beschreiben nicht automatisch bestimmte gesetzliche Leistungsgrenzen.

Die zulässigen Leistungen werden durch die jeweils geltenden Vorschriften bestimmt.

QRZ ist nicht CQ

Ein besonders wichtiger Unterschied:

CQ

bedeutet:

Ich rufe allgemein nach einer Station.

QRZ?

bedeutet:

Wer ruft mich?

QRZ bedeutet also nicht:

Bitte rufen Sie mich an.

Das ist eine typische Verwechslung.

QSL

QSL bedeutet grundsätzlich:

Empfangsbestätigung

Im praktischen Amateurfunk bezeichnet eine:

QSL-Karte

eine schriftliche beziehungsweise elektronische Bestätigung einer Funkverbindung.

Der Q-Code selbst bedeutet aber nicht ausschliesslich eine Papierkarte.

QTH

QTH bezeichnet den:

Standort

Im normalen QSO genügt beispielsweise die Angabe:

QTH Zürich

Damit ist nicht automatisch eine vollständige Wohnadresse gemeint.

Weitere praktisch nützliche Q-Codes

Neben der Kernliste begegnen einem im Funkbetrieb häufig weitere Q-Codes:

Q-Code praktische Bedeutung
QRL beschäftigt, Frequenz belegt
QRS langsamer geben
QRQ schneller geben
QRG genaue Frequenz
QRH Frequenz schwankt
QRK Verständlichkeit
QRU keine weiteren Mitteilungen

Diese zusätzlichen Codes sind nützlich, aber für das Lernen sollte zuerst die BAKOM-Kernliste sicher sitzen.

Gebräuchliche Abkürzungen

Zum schweizerischen Prüfungsstoff gehören auch gebräuchliche Amateurfunkabkürzungen.

Besonders wichtig sind:

Abkürzung Bedeutung Herkunft
73 beste Grüsse, Gesprächsschluss historischer Zahlencode aus der Landtelegrafie
BK Break, Unterbrechung Break (englisch)
CQ allgemeiner Anruf vermutlich von "seek you", Ursprung nicht abschliessend geklärt, aus der Landtelegrafie übernommen
CW Continuous Wave Continuous Wave (englisch), ungetastete Dauerwelle
DE von französisch "de", aus dem internationalen Telegrafie-Code
DX weite Entfernung, Fernverbindung Kurzform für "Distance" (englisch)
MSG Message, Meldung Message (englisch)
PSE Please, bitte Please (englisch)
RST Readability, Signal Strength, Tone Readability, Signal Strength, Tone (englisch)
RX Empfänger Receiver (englisch)
TX Sender Transmitter (englisch)
UR Your, Ihr beziehungsweise dein Your (englisch)
UTC Coordinated Universal Time Coordinated Universal Time (englisch/französisch als Kompromisskürzel)

In der täglichen Funkpraxis kommen zahlreiche weitere Abkürzungen vor.

Für die Prüfung sollte jedoch zuerst die offizielle Grundauswahl beherrscht werden.

73

Eine der bekanntesten Amateurfunkabkürzungen ist:

73

Sie bedeutet sinngemäss:

beste Grüsse

oder:

viele Grüsse

Typisch ist ein QSO-Abschluss wie:

73 and good DX

Bei mehreren Personen sagt man trotzdem üblicherweise:

73

und nicht:

73s.

UTC

Im internationalen Funkverkehr wird häufig:

UTC

verwendet.

UTC bedeutet:

Coordinated Universal Time

Dadurch entstehen keine Missverständnisse durch:

  • Zeitzonen
  • Sommerzeit
  • unterschiedliche lokale Datumswechsel

Ein Logbucheintrag kann beispielsweise lauten:

18:42 UTC

Logbuch

Ein Stationslog ist auch dann praktisch, wenn man nicht für jede Betriebsart zwingend jede Verbindung dokumentieren muss.

Ein einfacher Logbucheintrag enthält beispielsweise:

Feld Beispiel
Datum 17.08.2026
Zeit 18:42 UTC
Rufzeichen HB9XYZ
Frequenz 7,120 MHz
Betriebsart SSB
gesendet 59
empfangen 57
Bemerkung QTH Bern

Ein Log kann:

  • auf Papier
  • auf dem Computer
  • mit spezieller Amateurfunksoftware

geführt werden.

Weshalb ein Logbuch sinnvoll ist

Ein Logbuch hilft unter anderem bei:

  • QSL-Bestätigungen
  • Antennenversuchen
  • Ausbreitungsvergleichen
  • Wettbewerben
  • Diplomen
  • technischer Dokumentation
  • Erinnerung an frühere Kontakte

Gerade bei technischen Versuchen kann ein sauber geführtes Log wesentlich wertvoller sein als das blosse Erinnern an einzelne Verbindungen.

Kurze Durchgänge

Ein Funkkanal ist ein gemeinsam genutztes Medium.

Während eine Station sendet, können andere Stationen auf derselben Frequenz nicht gleichzeitig sinnvoll antworten.

Deshalb sind überschaubare Durchgänge sinnvoll.

Sie ermöglichen:

  • Rückfragen
  • Reaktionen auf wechselnde Ausbreitung
  • das Erkennen anderer Stationen
  • Unterbrechungen bei wichtigen Mitteilungen

Das bedeutet nicht, dass jedes QSO nur aus wenigen Sekunden langen Durchgängen bestehen muss.

Es bedeutet lediglich:

Funk ist ein Dialog und keine einseitige Sendung.

Nur notwendige Bandbreite verwenden

Eine unnötig breite Aussendung beansprucht mehr Frequenzraum und kann benachbarte Stationen stören.

Deshalb sollte:

  • die Betriebsart zum Zweck passen
  • die Modulation korrekt eingestellt sein
  • Übersteuerung vermieden werden
  • die notwendige Bandbreite nicht unnötig überschritten werden

Die technischen Zusammenhänge dazu wurden in Kapitel 10 behandelt.

Nur notwendige Leistung verwenden

Mehr Sendeleistung ist nicht automatisch besserer Funkbetrieb.

Ist eine Verbindung bereits stabil, bringt eine massive Leistungserhöhung oft wenig zusätzlichen Nutzen.

Gleichzeitig können dadurch:

  • Störungen wahrscheinlicher werden
  • andere Stationen stärker beeinträchtigt werden
  • technische Anforderungen steigen

Ein guter Funkbetrieb verwendet deshalb eine zur Verbindung passende Sendeleistung.

Die gesetzlichen Leistungsgrenzen behandeln wir in Kapitel 17.

Bandgrenzen und Bandplan

Vor dem Senden muss geklärt sein:

  • ist die Frequenz für die eigene Zulassung freigegeben?
  • welche maximale Leistung gilt?
  • welche Betriebsarten beziehungsweise Bandbreiten sind zulässig?
  • liegt die gesamte Aussendung innerhalb des erlaubten Frequenzbereichs?

Die rechtlich zulässigen Frequenzbereiche ergeben sich aus den schweizerischen Vorschriften und den aktuellen BAKOM-Hilfstabellen.

Daneben existieren Amateurfunk-Bandpläne zur freiwilligen beziehungsweise verbandlichen Koordination verschiedener Betriebsarten und Aktivitäten.

Sie helfen dabei, dass beispielsweise:

  • CW
  • SSB
  • digitale Betriebsarten
  • Baken
  • besondere Aktivitätsbereiche

nicht unnötig gegeneinander arbeiten.

Ein Bandplan ersetzt niemals die gesetzlichen Frequenzbestimmungen.

Nicht nur die angezeigte Frequenz beachten

Eine Aussendung besitzt eine gewisse Bandbreite.

Bei SSB liegt ein Teil des Signals seitlich der eingestellten beziehungsweise unterdrückten Trägerfrequenz.

Deshalb genügt es an einer Bandgrenze nicht, nur zu prüfen, ob die angezeigte Frequenz gerade noch innerhalb des Amateurfunkbandes liegt.

Die gesamte belegte Bandbreite muss im zulässigen Bereich bleiben.

Dieser Zusammenhang ist sowohl technisch als auch praktisch wichtig.

Wenn zwei Stationen gleichzeitig rufen

Häufig antworten mehrere Stationen gleichzeitig auf einen CQ-Ruf.

Kann man ein vollständiges Rufzeichen verstehen, antwortet man dieser Station.

Kann man nur einen Teil erkennen, kann man beispielsweise sagen:

The station ending in XYZ, please call again.

oder:

Station with Hotel Bravo Nine, please repeat.

Man sollte nicht einfach irgendein Rufzeichen erraten.

Schwache Signale

Bei schwierigen Bedingungen gilt:

  • langsam und deutlich sprechen
  • Rufzeichen häufiger wiederholen
  • Buchstabieralphabet verwenden
  • kurze Informationen übermitteln
  • Zahlen einzeln und klar sprechen
  • unnötige Füllwörter vermeiden

Lauter in das Mikrofon zu schreien verbessert ein SSB- oder FM-Signal normalerweise nicht.

Es kann im Gegenteil die Modulation verschlechtern.

Funkdisziplin ist keine Förmlichkeit

Guter Funkbetrieb bedeutet nicht, künstlich militärisch oder steif zu sprechen.

Eine Funkverbindung darf durchaus locker und persönlich sein.

Wichtig sind:

  • Verständlichkeit
  • Rücksichtnahme
  • eindeutige Rufzeichen
  • passende Pausen
  • saubere technische Aussendung
  • Respekt gegenüber anderen Bandbenutzern

Notverkehr

Hört man eine eindeutig dringende oder Notfall betreffende Funkübertragung, hat diese gegenüber einem normalen Gespräch selbstverständlich Vorrang.

In einer solchen Situation sollte man:

  1. eigenes normales Senden einstellen
  2. genau zuhören
  3. wichtige Informationen notieren
  4. nur eingreifen, wenn man tatsächlich helfen kann
  5. die Frequenz nicht durch unnötige Rückfragen blockieren

Die rechtlichen Möglichkeiten und Grenzen des Amateurfunks bei Notfällen behandeln wir in Kapitel 17.

CW-Betrieb

CW ist weiterhin eine wichtige Amateurfunkbetriebsart.

Für die heutige Schweizer Amateurfunkprüfung muss keine praktische Morseprüfung abgelegt werden.

Trotzdem begegnen einem im CW-Betrieb besonders häufig:

  • Q-Codes
  • Abkürzungen
  • kurze Rufzeichenfolgen
  • RST-Rapporte

Ein einfacher CW-Anruf kann beispielsweise lauten:

CQ CQ CQ DE HB9ABC HB9ABC K

Dabei bedeutet:

DE

von

und:

K

Aufforderung zum Senden beziehungsweise Antwort erwartet.

Für den Prüfungserfolg ist nicht erforderlich, einen solchen Text mit Morsezeichen senden oder aufnehmen zu können. Das Verständnis der gebräuchlichen Q-Codes und Abkürzungen ist jedoch prüfungsrelevant.

Drei Dinge, die man nicht verwechseln darf

Begriff Bedeutung
CQ allgemeiner Anruf
QRZ Wer ruft mich?
QSO Funkverbindung

Und:

Begriff Bedeutung
QRM Störung durch andere Aussendungen beziehungsweise technische Störer
QRN atmosphärische Störungen
QSB schwankende Signalstärke

Und:

Begriff Bedeutung
QSL Empfangsbestätigung
QTH Standort
QSY Frequenzwechsel

Lernschema für ein erstes QSO

Wenn du zum ersten Mal selbst auf Sendung gehst:

1. Hören

Ist die Frequenz frei?

2. Frequenz prüfen

Darf ich hier mit meiner Zulassung und dieser Betriebsart senden?

3. CQ rufen

Rufzeichen klar nennen.

4. Antwort aufnehmen

Rufzeichen der Gegenstation vollständig verstehen.

5. Rapport geben

Zum Beispiel:

59

6. Grundinformationen austauschen

  • Name
  • QTH

7. Gespräch führen

Kurz genug senden, damit die Gegenstation regelmässig antworten kann.

8. QSO beenden

Rufzeichen nochmals eindeutig nennen und sich verabschieden.

9. Loggen

Bei Bedarf Verbindung dokumentieren.

Ein vollständiges Beispiel

Station HB9ABC ruft:

CQ CQ CQ, this is HB9ABC,
Hotel Bravo Nine Alfa Bravo Charlie,
calling CQ and standing by.

HB9XYZ antwortet:

HB9ABC, this is HB9XYZ,
Hotel Bravo Nine X-ray Yankee Zulu.

HB9ABC:

HB9XYZ from HB9ABC.

Good evening.
Thank you for the call.

Your report is five and seven.
My name is Anna.
My QTH is Basel.

Back to you.
HB9XYZ from HB9ABC.

HB9XYZ antwortet mit Rapport und eigenen Angaben.

Zum Abschluss beispielsweise:

Thank you for the QSO.
73 and good DX.

HB9XYZ from HB9ABC.

Damit ist bereits ein vollständiges und sauberes Amateurfunk-QSO möglich.

Merksätze

Zuerst hören, dann senden.

CQ ist ein allgemeiner Anruf.

QRZ bedeutet: Wer ruft mich?

QSO bezeichnet eine Funkverbindung.

QSL bedeutet Empfangsbestätigung.

QTH bezeichnet den Standort.

QRM sind Störungen durch andere Aussendungen beziehungsweise technische Störsignale.

QRN bezeichnet atmosphärische Störungen.

QSB bedeutet schwankende Signalstärke.

Bei Sprechfunk wird meist RS, bei CW RST verwendet.

Das internationale Buchstabieralphabet sollte unverändert verwendet werden.

UTC verhindert Missverständnisse durch lokale Zeitzonen.

Vor dem Senden muss geprüft werden, ob die Frequenz frei und für die eigene Station zulässig ist.

Nicht nur die eingestellte Frequenz, sondern die gesamte Bandbreite der Aussendung muss berücksichtigt werden.

Guter Funkbetrieb ist klar, technisch sauber und rücksichtsvoll.

Selbstkontrolle

  1. Was bedeutet CQ?

  2. Was bedeutet QRZ?

  3. Was bedeutet QSO?

  4. Wie lautet der Q-Code für atmosphärische Störungen?

  5. Wie lautet der Q-Code für Störungen durch andere Aussendungen beziehungsweise technische Störer?

  6. Was bedeutet QSL?

  7. Was bedeutet QTH?

  8. Was bedeutet QSY?

  9. Was bedeutet QSB?

  10. Wie wird HB9XYZ international buchstabiert?

  11. Wofür stehen die drei Buchstaben RST?

  12. Welche beiden Werte werden bei einem SSB-Rapport normalerweise verwendet?

  13. Was bedeutet der Rapport 59?

  14. Weshalb sollte man vor einem CQ-Ruf zunächst hören?

  15. Warum reicht es an einer Bandgrenze nicht, nur auf die angezeigte Frequenz des Funkgerätes zu schauen?

  16. Was bedeutet UTC?

Antworten

  1. Allgemeiner Anruf an alle Stationen.

  2. Wer ruft mich?

  3. Eine Funkverbindung.

  4. QRN.

  5. QRM.

  6. Empfangsbestätigung.

  7. Standort.

  8. Auf eine andere Frequenz wechseln.

  9. Die Signalstärke schwankt.

10.

Hotel Bravo Nine X-ray Yankee Zulu
  1. Readability, Signal Strength, Tone.

  2. R und S.

  3. Lesbarkeit 5 und Signalstärke 9.

  4. Weil die Frequenz bereits benutzt werden kann, auch wenn nicht sofort eine Station hörbar ist.

  5. Weil eine Aussendung eine bestimmte Bandbreite besitzt und diese vollständig innerhalb des zulässigen Frequenzbereichs liegen muss.

  6. Coordinated Universal Time, die international einheitliche Zeitbasis.

Prüfungsbezug HB3 und HB9

Die aktuellen BAKOM-Prüfungsvorschriften verlangen im Fach Vorschriften unter anderem Kenntnisse zu:

  • Rufzeichen
  • Bandbreite und Sendearten
  • Bezeichnungen der Frequenzbereiche
  • gebräuchlichen Sendearten
  • gebräuchlichsten Q-Codes
  • gebräuchlichsten Amateurfunkabkürzungen
  • internationaler Buchstabiertabelle

Für den praktischen Funkbetrieb sind darüber hinaus besonders wichtig:

  • Frequenz vor dem Senden abhören
  • klare Verwendung des Rufzeichens
  • CQ-Anruf
  • Signalrapport
  • QSO-Ablauf
  • UTC
  • Bandplan
  • Rücksichtnahme auf andere Stationen
  • passende Sendeleistung und Bandbreite

Die detaillierten schweizerischen Vorschriften zu Rufzeichenzuteilung, Frequenzbereichen, Leistungsgrenzen, Auslandbetrieb und Zulassungen werden in Kapitel 17 behandelt.

Schnellübersicht zum Nachschlagen

Diese Tabellen fassen die wichtigsten Betriebselemente aus diesem Kapitel kompakt zusammen, geeignet zum schnellen Nachschlagen während des Funkbetriebs.

Wichtigste Q-Codes

Q-Code Bedeutung
QRL Ist die Frequenz belegt? / Die Frequenz ist belegt
QRM Ich werde gestört (funkbetrieblich/technisch)
QRN Ich werde durch atmosphärische Störungen gestört
QRT Übermittlung einstellen
QRV Ich bin bereit
QRZ Von wem werde ich gerufen?
QSB Das Signal schwankt (Fading)
QSL Empfangsbestätigung
QSO Funkverbindung
QSY Auf eine andere Frequenz wechseln
QTH Standort

Internationale Buchstabiertabelle

ICAO-Buchstabieralphabet (NATO-Alphabet), Standard in Luftfahrt, Seefahrt und Amateurfunk.

Buchstabe Wort Aussprache Buchstabe Wort Aussprache
A Alfa AL-fah N November no-VEM-ber
B Bravo BRAH-voh O Oscar OSS-kar
C Charlie TSCHAR-lie P Papa pah-PAH
D Delta DELL-tah Q Quebec keh-BECK
E Echo ECK-oh R Romeo ROH-me-oh
F Foxtrot FOKS-trot S Sierra see-ERR-ah
G Golf GOLF T Tango TANG-goh
H Hotel hoh-TELL U Uniform JU-nih-form
I India IN-dee-ah V Victor VIK-tor
J Juliett DSCHU-lie-ett W Whiskey WISS-key
K Kilo KEY-loh X X-ray ECKS-ray
L Lima LEE-mah Y Yankee JÄNG-key
M Mike MEIK Z Zulu SU-lu

Gebräuchliche Abkürzungen

Abkürzung Bedeutung
CQ Allgemeiner Anruf, ich suche eine Verbindung
DX Weite Entfernung, Fernverbindung
OM Old Man, männlicher Funkamateur
YL Young Lady, weibliche Funkamateurin
PSE Please, bitte
TNX Thanks, danke
RST Readability, Strength, Tone, der Signalrapport
UTC Coordinated Universal Time, einheitliche Zeitbasis
73 Beste Grüsse, Gesprächsschluss

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