Kapitel 5: Antennenformen und Abstrahlung¶
Lernziele¶
Nach diesem Kapitel solltest du:
- die wichtigsten Antennenformen im Amateurfunk erkennen und grundsätzlich erklären können
- Rundstrahl- und Richtantennen unterscheiden können
- verstehen, was ein Strahlungsdiagramm darstellt
- Hauptkeule, Nebenkeulen und Rückkeule erkennen können
- Antennengewinn richtig einordnen können
- dBi und dBd unterscheiden können
- das Vor-Rück-Verhältnis erklären können
- den 3-dB-Öffnungswinkel einer Richtantenne verstehen
- horizontal und vertikal polarisierte Antennen unterscheiden können
- Halbwellendipol, Groundplane und Faltdipol erklären können
- das Grundprinzip einer Yagi-Antenne verstehen
- die HB9CV-Antenne grundsätzlich einordnen können
- Quad, Magnetic Loop, Parabolantenne, Hornantenne und Helix erkennen können
- erklären können, weshalb unterschiedliche Antennenformen für unterschiedliche Aufgaben geeignet sind
- Richtwirkung, Gewinn, Wirkungsgrad und Anpassung voneinander unterscheiden können
Hinweis zu HB3 und HB9: Das BAKOM verlangt Kenntnisse von Antennentypen und Antenneneigenschaften. Für HB3 sind die technischen und rechnerischen Fragen weniger komplex als für HB9. Die Kennzeichnung HB9-Vertiefung dient in diesem Lehrwerk als Lernhilfe und stellt keine offizielle Einzelabgrenzung des Prüfungsstoffes dar.
Formelzeichen und Symbole¶
| Zeichen | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| \(\lambda\) | Wellenlänge | m |
| \(G\) | Antennengewinnfaktor | keine |
| \(g\) | Antennengewinn | dB |
| \(g_i\) | Gewinn bezogen auf den Isotropstrahler | dBi |
| \(g_d\) | Gewinn bezogen auf den Halbwellendipol | dBd |
| \(P\) | Leistung | W |
| \(\theta\) | Winkel | ° |
Der griechische Buchstabe:
wird Lambda ausgesprochen.
Der griechische Buchstabe:
wird Theta ausgesprochen und kann einen Winkel bezeichnen.
Der rote Faden¶
Eine Antenne kann die zugeführte Energie sehr unterschiedlich im Raum verteilen.
Eine Antenne kann beispielsweise:
möglichst gleichmässig rundum
oder:
bevorzugt in eine bestimmte Richtung
abstrahlen.
Diese räumliche Verteilung bezeichnet man als:
Strahlungscharakteristik
beziehungsweise:
Strahlungsdiagramm
Daraus ergeben sich wichtige Begriffe wie:
- Richtwirkung
- Antennengewinn
- Hauptkeule
- Nebenkeulen
- Rückkeule
- Vor-Rück-Verhältnis
- Öffnungswinkel
Dieses Kapitel verbindet deshalb:
Antennenform → Stromverteilung → Strahlungsdiagramm → praktische Anwendung
Das Strahlungsdiagramm¶
Ein Strahlungsdiagramm zeigt, wie stark eine Antenne elektromagnetische Energie in verschiedene Richtungen abstrahlt.
Beim Empfang kann dasselbe Diagramm grundsätzlich auch als Richtempfindlichkeit der Antenne verstanden werden.
Das Diagramm zeigt nicht:
wie die Funkwelle räumlich aussieht
sondern:
wie stark die Antenne in verschiedene Richtungen wirkt.
Horizontales und vertikales Strahlungsdiagramm¶
Ein dreidimensionales Strahlungsfeld lässt sich häufig durch zwei Schnitte darstellen.
Horizontaldiagramm¶
Blick von oben auf die Antenne.
Es zeigt, wie die Antenne in verschiedene Himmelsrichtungen abstrahlt.
Vertikaldiagramm¶
Seitlicher Schnitt.
Es zeigt insbesondere:
- Abstrahlwinkel
- Energie zum Horizont
- Energie nach oben
Für Kurzwellen-DX ist das Vertikaldiagramm besonders wichtig.
Der Halbwellendipol¶
Der Halbwellendipol wurde bereits in Kapitel 4 eingeführt.
Seine Gesamtlänge beträgt ungefähr:
Der klassische mittengespeiste Dipol besitzt zwei gleich lange Schenkel.
Beim freien horizontalen Dipol ist die Abstrahlung:
quer zur Drahtachse am stärksten
und:
in Verlängerung des Drahtes sehr schwach beziehungsweise idealisiert null. . .
Abbildung 5-1: Vereinfachtes Strahlungsdiagramm eines horizontalen Halbwellendipols. Die stärkste Abstrahlung erfolgt quer zur Dipolachse. . .
Warum entsteht dieses Diagramm?¶
Die Hochfrequenzströme verteilen sich entlang des Dipols.
Die von den einzelnen Leiterabschnitten abgestrahlten Felder überlagern sich im Raum.
In bestimmten Richtungen addieren sie sich besonders stark.
In Verlängerung des Dipols löschen sich die Beiträge weitgehend gegenseitig aus.
Die typische Acht¶
Im horizontalen Schnitt eines horizontalen Dipols entsteht idealisiert eine Form, die häufig als:
Acht
bezeichnet wird.
Dabei befinden sich die beiden Hauptstrahlrichtungen:
senkrecht zum Draht
Die beiden Minima befinden sich:
in Richtung der Drahtenden
Praktische Bedeutung¶
Wer mit einem horizontalen Dipol bevorzugt nach Osten und Westen funken möchte, spannt ihn ungefähr:
Nord-Süd
Die Drahtachse und Hauptstrahlrichtung stehen also ungefähr senkrecht aufeinander.
Dreidimensionales Strahlungsfeld¶
Die bekannte Acht ist nur ein zweidimensionaler Schnitt.
Das vollständige Strahlungsfeld eines idealisierten Dipols erinnert an einen:
Ring beziehungsweise Torus
um die Antennenachse.
Man sollte deshalb nicht denken, die Antenne strahle tatsächlich nur entlang zweier dünner Linien.
Groundplane¶
Die Groundplane besteht grundsätzlich aus:
- vertikalem Strahler
- Radialen beziehungsweise Gegensystem
Der Strahler besitzt typischerweise eine Länge in der Grössenordnung:
Bei einer vertikalen Groundplane ist die Polarisation grundsätzlich:
vertikal . .
Abbildung 5-2: Vertikale Groundplane und vereinfachte horizontale Rundstrahlcharakteristik. In der Horizontalebene wird annähernd in alle Richtungen abgestrahlt. . .
Rundstrahlcharakteristik¶
Eine ideale vertikale Groundplane besitzt in der Horizontalebene eine annähernd kreisförmige Charakteristik.
Sie wird deshalb häufig als:
Rundstrahler
bezeichnet.
Das bedeutet nicht, dass sie in allen Raumrichtungen gleich stark abstrahlt.
Nach oben entlang der Antennenachse befindet sich kein gleich starkes Strahlungsmaximum.
Nicht verwechseln¶
Rundstrahler
bedeutet normalerweise:
annähernd gleichmässige Abstrahlung in der Horizontalebene.
Es bedeutet nicht:
gleichmässige Abstrahlung in jede Richtung des dreidimensionalen Raumes.
Der isotrope Strahler¶
Für Antennenvergleiche benötigt man eine eindeutig definierte Referenz.
Dazu verwendet man den theoretischen:
isotropen Strahler
Er strahlt die zugeführte Energie idealisiert:
in alle Raumrichtungen gleichmässig
ab.
Sein Strahlungsdiagramm wäre eine Kugel. . .
Abbildung 5-5: Der isotrope Strahler ist eine theoretische Referenzantenne mit gleicher Abstrahlung in alle Raumrichtungen. . .
Wichtig¶
Einen idealen isotropen Strahler kann man praktisch nicht bauen.
Er ist ein:
mathematisches Vergleichsmodell
und wird insbesondere für die Angabe:
dBi
verwendet.
Antennengewinn¶
Eine Richtantenne konzentriert einen grösseren Anteil der vorhandenen Leistung in bestimmte Richtungen.
Dadurch entsteht dort gegenüber einer Referenzantenne ein höherer Feldpegel.
Dies wird als:
Antennengewinn
bezeichnet.
Wichtig:
Eine passive Antenne erzeugt keine zusätzliche Leistung.
Der Gewinn entsteht durch räumliche Umverteilung.
Wo mehr abgestrahlt wird, muss in anderen Richtungen entsprechend weniger abgestrahlt werden.
Gewinnfaktor und Dezibel¶
Der lineare Gewinnfaktor kann mit:
bezeichnet werden.
Die logarithmische Angabe lautet:
Umgekehrt:
Ein Gewinn von:
entspricht ungefähr einem Leistungsfaktor von:
Ein Gewinn von:
entspricht einem Faktor von:
in der betreffenden Richtung gegenüber der verwendeten Referenz.
dBi und dBd¶
Ein Gewinnwert ist nur sinnvoll, wenn bekannt ist, auf welche Referenzantenne er sich bezieht.
dBi¶
Bezug auf den:
isotropen Strahler
dBd¶
Bezug auf den:
Halbwellendipol
Ein idealisierter Halbwellendipol besitzt gegenüber dem Isotropstrahler:
Damit gilt:
beziehungsweise:
Beispiel dBi und dBd¶
Eine Antenne besitzt:
Dann beträgt ihr Gewinn bezogen auf den Isotropstrahler:
Die Antenne ist dadurch nicht plötzlich besser geworden.
Nur die:
Bezugsantenne
wurde geändert.
Richtantenne¶
Eine Richtantenne strahlt bevorzugt in eine oder mehrere bestimmte Richtungen.
Typische Richtantennen sind:
- Yagi
- HB9CV
- Quad
- Parabolantenne
- Hornantenne
- Helix in axialer Betriebsweise
Die Richtwirkung ist besonders nützlich für:
- DX
- Punkt-zu-Punkt-Verbindungen
- Satellitenfunk
- Richtfunk
- schwache Signale
Yagi-Uda-Antenne¶
Die Yagi ist eine der bekanntesten Richtantennen.
Sie besteht typischerweise aus:
- gespeistem Element
- Reflektor
- einem oder mehreren Direktoren
Das gespeiste Element ist häufig ein:
Dipol
oder:
Faltdipol . .
Abbildung 5-3: Grundprinzip einer Yagi-Antenne mit Reflektor, gespeistem Element und Direktoren. Die Hauptstrahlrichtung zeigt zur Direktorenseite. . .
Reflektor¶
Der Reflektor befindet sich hinter dem gespeisten Element.
Er ist typischerweise etwas länger als das resonante gespeiste Element.
Er beeinflusst das elektromagnetische Feld so, dass die Abstrahlung in Rückwärtsrichtung vermindert und die Abstrahlung nach vorne verstärkt wird.
Direktoren¶
Die Direktoren befinden sich vor dem gespeisten Element.
Sie sind typischerweise etwas kürzer.
Mehrere Direktoren können:
- Richtwirkung erhöhen
- Hauptkeule schmaler machen
- Gewinn vergrössern
Dies geschieht jedoch nicht unbegrenzt.
Die genaue Dimensionierung ist Teil des Antennenentwurfs.
Parasitäre Elemente¶
Reflektor und Direktoren einer klassischen Yagi werden nicht direkt über ein Kabel gespeist.
Sie werden durch das elektromagnetische Feld des gespeisten Elements angeregt.
Solche Elemente nennt man:
parasitäre Elemente
Das Wort «parasitär» bedeutet hier nicht, dass sie nutzlos sind.
Im Gegenteil, sie erzeugen gezielt die gewünschte Richtwirkung.
Hauptstrahlrichtung¶
Bei einer klassischen Yagi liegt die Hauptstrahlrichtung:
vom Reflektor über das gespeiste Element zu den Direktoren
Vereinfacht:
Reflektor → Dipol → Direktoren → Hauptstrahlrichtung
Strahlungsdiagramm einer Richtantenne¶
Eine reale Richtantenne strahlt nicht ausschliesslich in einer einzigen Richtung.
Das Diagramm besitzt typischerweise:
- Hauptkeule
- Nebenkeulen
- Rückkeule . .
Abbildung 5-4: Vereinfachtes Richtdiagramm mit Hauptkeule, Nebenkeulen, Rückkeule und 3-dB-Öffnungswinkel. . .
Hauptkeule¶
Die:
Hauptkeule
bezeichnet den Bereich mit der stärksten gewünschten Abstrahlung.
Ihre Richtung wird als:
Hauptstrahlrichtung
bezeichnet.
Nebenkeulen¶
Weitere kleinere Abstrahlungsmaxima werden als:
Nebenkeulen
bezeichnet.
Sie sind in vielen Anwendungen unerwünscht, lassen sich aber bei realen Antennen nicht immer vollständig vermeiden.
Rückkeule¶
Die Abstrahlung ungefähr entgegen der Hauptstrahlrichtung wird als:
Rückkeule
bezeichnet.
Eine gute Richtantenne soll je nach Anwendung möglichst wenig Energie nach hinten abstrahlen.
Vor-Rück-Verhältnis¶
Das Verhältnis zwischen der Abstrahlung:
nach vorne
und:
nach hinten
wird als:
Vor-Rück-Verhältnis
bezeichnet.
Es wird normalerweise in:
dB
angegeben.
Ein grosses Vor-Rück-Verhältnis bedeutet:
Die Antenne strahlt in Hauptstrahlrichtung deutlich stärker als in die entgegengesetzte Richtung.
Beispiel Vor-Rück-Verhältnis¶
Ein Vor-Rück-Verhältnis von:
bedeutet bezüglich Leistung ein Verhältnis von ungefähr:
Die Leistung in Hauptstrahlrichtung ist damit im Vergleich zur exakt entgegengesetzten Richtung etwa hundertmal grösser.
Dies ist ein Verhältnis und keine Aussage über die gesamte abgestrahlte Leistung.
Öffnungswinkel¶
Die Hauptkeule besitzt eine bestimmte Breite.
Als:
3-dB-Öffnungswinkel
bezeichnet man den Winkel zwischen den beiden Richtungen, in denen die Leistung gegenüber dem Maximum um:
abgefallen ist.
Da:
ungefähr halber Leistung entspricht, spricht man auch von den:
Halbwertspunkten
Schmale und breite Hauptkeule¶
Eine schmale Hauptkeule bedeutet:
- stärkere Richtwirkung
- präzisere Ausrichtung notwendig
Eine breite Hauptkeule bedeutet:
- grössere Winkelabdeckung
- geringere Richtwirkung
Für verschiedene Anwendungen kann beides sinnvoll sein.
Horizontaler Dipol¶
Ein horizontal montierter Halbwellendipol erzeugt grundsätzlich:
horizontale Polarisation . .
Abbildung 5-6: Horizontal montierter Halbwellendipol. Das elektrische Feld und damit die Polarisation liegen grundsätzlich horizontal. . . Diese Polarisation wird auf Kurzwelle häufig verwendet. . .
Vertikaler Dipol¶
Wird derselbe Dipol vertikal montiert, besitzt er grundsätzlich:
vertikale Polarisation
Abbildung 5-7: Vertikal montierter Dipol mit vertikaler Polarisation.
Vertikale Polarisation ist beispielsweise bei:
- mobilen VHF/UHF-Verbindungen
- Handfunkgeräten
- vielen Relaisverbindungen
sehr gebräuchlich.
Faltdipol¶
Ein:
Faltdipol
besteht vereinfacht aus zwei parallelen Leitern, die an den Enden miteinander verbunden sind.
Die Gesamtausdehnung entspricht ungefähr jener eines Halbwellendipols. . .
Abbildung 5-8: Grundform eines Faltdipols. Gegenüber dem einfachen gestreckten Dipol besitzt er bei typischer symmetrischer Ausführung einen höheren Speisepunktwiderstand. . .
Speisepunktwiderstand des Faltdipols¶
Ein symmetrischer Faltdipol mit zwei gleichartigen parallelen Leitern besitzt idealisiert einen Speisepunktwiderstand von ungefähr:
Der einfache Halbwellendipol liegt dagegen in der Grössenordnung von:
beziehungsweise praktisch oft mit:
angegeben.
Der exakte Wert hängt wiederum von der realen Konstruktion und Umgebung ab.
Warum Faltdipol?¶
Faltdipole werden unter anderem verwendet wegen:
- höherem Speisepunktwiderstand
- günstigen mechanischen Eigenschaften
- teilweise grösserer Bandbreite
- guter Eignung als gespeistes Element in Richtantennen
Bei vielen klassischen VHF- und UHF-Yagis findet man deshalb Faltdipole.
HB9CV-Antenne¶
Die:
HB9CV
ist eine kompakte Richtantenne mit zwei aktiv gekoppelten Elementen.
Sie wurde vom Schweizer Funkamateur Rudolf Baumgartner, HB9CV, entwickelt.
Die beiden Elemente werden mit einer definierten:
- Amplitudenbeziehung
- Phasenbeziehung
gespeist.
Dadurch entsteht eine ausgeprägte Richtwirkung. . .
Abbildung 5-9: Grundprinzip der HB9CV-Antenne. Zwei aktiv gekoppelte Elemente erzeugen durch geeignete Phasenlage eine Richtwirkung. . .
Unterschied HB9CV und Yagi¶
Bei der klassischen Yagi ist typischerweise nur ein Element direkt gespeist.
Reflektor und Direktoren sind parasitär.
Bei der HB9CV werden dagegen:
beide Hauptelemente aktiv gespeist beziehungsweise gekoppelt
Die Richtwirkung entsteht deshalb nach einem anderen Prinzip.
Quad-Antenne¶
Eine Quad verwendet ein oder mehrere geschlossene Draht- oder Rohrelemente.
Ein einzelnes resonantes Quad-Element besitzt typischerweise einen Umfang in der Grössenordnung von:
Mehrere hintereinander angeordnete Schleifen können eine Richtantenne bilden. . .
Abbildung 5-10: Vereinfachte Quad-Richtantenne. Die Schleifenelemente liegen hintereinander entlang der Antennenachse. . .
Warum heisst sie Quad?¶
Die klassische Bauform verwendet quadratische Schleifen.
Elektrisch entscheidend ist jedoch nicht, dass die Schleife geometrisch exakt quadratisch sein muss.
Es existieren beispielsweise auch:
- rautenförmige
- rechteckige
- andere geschlossene Schleifenformen
Eigenschaften einer Quad¶
Je nach Ausführung kann eine Quad:
- Richtwirkung
- Gewinn
- gutes Vor-Rück-Verhältnis
besitzen.
Sie wird vor allem auf:
- Kurzwelle
- VHF
- UHF
eingesetzt.
Die genaue Speisepunktimpedanz hängt von Geometrie und Aufbau ab.
Magnetic Loop¶
Eine:
Magnetic Loop
ist eine elektrisch kleine Schleifenantenne, deren Umfang häufig deutlich kleiner als eine Wellenlänge ist.
Sie besteht typischerweise aus:
- grosser leitender Hauptschleife
- Abstimmkondensator
- kleinerer Koppelschleife oder anderer Kopplung . .
Abbildung 5-11: Prinzip einer Magnetic Loop. Die grosse Hauptschleife bildet gemeinsam mit dem variablen Kondensator einen abgestimmten Schwingkreis. Die kleine Schleife dient der HF-Kopplung. . .
Resonanz der Magnetic Loop¶
Die grosse Schleife besitzt eine Induktivität.
Gemeinsam mit dem Abstimmkondensator entsteht ein:
LC-Schwingkreis
Seine Resonanzfrequenz wird durch:
- Schleifeninduktivität
- Kapazität
bestimmt.
Dadurch kann eine mechanisch relativ kleine Antenne auf einer deutlich grösseren Wellenlänge resonant betrieben werden.
Hohe Ströme und Spannungen¶
In einer resonanten Magnetic Loop können sehr hohe HF-Ströme fliessen.
Am Abstimmkondensator können gleichzeitig sehr hohe HF-Spannungen auftreten.
Deshalb sind:
- niedrige Übergangswiderstände
- stabile Leiter
- geeignete Kondensatoren
besonders wichtig.
Eine kleine Loop bedeutet also nicht automatisch geringe elektrische Belastungen.
Bandbreite der Magnetic Loop¶
Eine effiziente kleine Magnetic Loop besitzt typischerweise eine relativ hohe Güte.
Daraus folgt eine:
kleine Bandbreite
Schon eine kleine Frequenzänderung kann deshalb eine erneute Abstimmung erfordern.
Dies ist eine typische Folge elektrisch kleiner resonanter Antennen.
Richtwirkung der Magnetic Loop¶
Eine kleine Loop besitzt typischerweise ausgeprägte:
Nullstellen
in bestimmten Richtungen.
Diese können beim Empfang sehr nützlich sein, um:
- lokale Störungen
- unerwünschte Signale
durch Drehen der Antenne zu vermindern.
Die Richtung maximaler Empfindlichkeit und die Nullrichtungen hängen von der Orientierung der Schleife ab.
Parabolantenne¶
Eine Parabolantenne verwendet einen:
parabolisch geformten Reflektor
Elektromagnetische Wellen werden zwischen:
- Brennpunkt
- parallelem Strahlenbündel
umgesetzt. . .
Abbildung 5-12: Prinzip einer Parabolantenne. Der Reflektor bündelt die elektromagnetische Energie zwischen Brennpunkt und Hauptstrahlrichtung. . .
Parabolantenne beim Senden¶
Ein Speisesystem befindet sich ungefähr im Brennpunkt.
Die vom Speisesystem abgestrahlten Wellen treffen auf den Reflektor.
Dieser formt daraus ein stark gerichtetes Strahlungsfeld.
Parabolantenne beim Empfang¶
Der Vorgang läuft umgekehrt.
Nahezu parallel eintreffende Wellen werden vom Reflektor zum:
Brennpunkt
geführt.
Dort befindet sich die Empfangsantenne beziehungsweise das Speisesystem.
Grösse und Richtwirkung¶
Entscheidend ist nicht nur der absolute Durchmesser des Spiegels, sondern besonders das Verhältnis:
Ein Parabolspiegel mit 1 m Durchmesser ist bei einer Wellenlänge von wenigen Zentimetern elektrisch sehr gross.
Auf 80 m Wellenlänge wäre derselbe Spiegel dagegen praktisch winzig.
Deshalb werden Parabolantennen vor allem bei:
- UHF
- SHF
- Mikrowellen
verwendet.
Hornantenne¶
Eine:
Hornantenne
ist eine aufgeweitete Wellenleiterstruktur.
Sie ermöglicht einen günstigen Übergang zwischen:
- Hohlleiter
- freiem Raum . .
Abbildung 5-13: Vereinfachte Hornantenne als Übergang zwischen Wellenleiter und freiem Raum. . .
Anwendung der Hornantenne¶
Hornantennen werden insbesondere im:
- Mikrowellenbereich
- Messwesen
- Richtfunk
- Radar
verwendet.
Sie können auch als:
Speiseantenne eines Parabolspiegels
dienen.
Helixantenne¶
Eine:
Helixantenne
besteht aus einem schraubenförmig gewickelten Leiter.
Je nach Dimensionierung kann sie in verschiedenen Betriebsweisen arbeiten.
Für Richtfunk und Satellitenbetrieb ist besonders die:
axiale Betriebsweise
interessant. . .
Abbildung 5-14: Helixantenne in axialer Betriebsweise. Die Hauptstrahlrichtung verläuft entlang der Längsachse der Helix. . .
Polarisation der Helix¶
Eine axial betriebene Helix kann:
zirkulare Polarisation
erzeugen beziehungsweise empfangen.
Dadurch eignet sie sich unter anderem für:
- Satellitenfunk
- Raumfahrtkommunikation
- bestimmte Richtfunkanwendungen
Wichtig ist dabei auch der:
Drehsinn
der zirkularen Polarisation.
Polarisation nochmals im Vergleich¶
Die wichtigsten Grundformen sind:
- horizontal linear
- vertikal linear
- zirkular
- elliptisch . .
Abbildung 5-15: Vereinfachter Vergleich verschiedener Polarisationen. Bei linearer Polarisation bleibt die Richtung des elektrischen Feldes konstant. Bei zirkularer beziehungsweise elliptischer Polarisation dreht sich der Feldvektor. . .
Polarisationsanpassung¶
Sende- und Empfangsantenne koppeln besonders gut, wenn ihre Polarisation zueinander passt.
Beispiel:
vertikal → vertikal
oder:
horizontal → horizontal
Bei zwei idealen linearen Antennen, die exakt um:
gegeneinander verdreht sind, entsteht theoretisch eine sehr starke Polarisationsdämpfung.
In der Praxis können Reflexionen und Streuung diese ideale Trennung jedoch vermindern.
Warum VHF-FM meist vertikal?¶
Im mobilen und portablen VHF/UHF-Betrieb werden häufig vertikale Antennen eingesetzt.
Gründe sind unter anderem:
- Fahrzeugantennen lassen sich einfach vertikal montieren
- Handfunkgeräte besitzen typischerweise vertikale Antennen
- Rundstrahlcharakteristik ist für mobile Kommunikation günstig
Deshalb ist vertikale Polarisation bei vielen:
- FM-Simplexverbindungen
- Relaisverbindungen
üblich.
Warum SSB und schwache Signale häufig horizontal?¶
Bei stationären VHF/UHF-Verbindungen mit:
- SSB
- CW
- schwachen Signalen
- DX
wird häufig horizontale Polarisation verwendet.
Dazu passen Richtantennen wie horizontal montierte Yagis.
Die verwendete Polarisation ist jedoch eine Betriebsvereinbarung und keine physikalische Pflicht der Modulationsart.
Gestockte Antennen¶
Mehrere Antennen können räumlich so angeordnet und gespeist werden, dass ihre Felder gezielt zusammenwirken.
Dies nennt man:
Stockung
beziehungsweise:
Antennengruppe
Dadurch kann die Strahlungscharakteristik gezielt verändert werden.
Beispiele:
- zwei übereinander angeordnete Yagis
- vier Yagis in einem Array
- vertikal gestockte Rundstrahler
Warum Stockung?¶
Durch geeignete Phasenlage und Abstände können:
- Gewinn
- Öffnungswinkel
- vertikales Strahlungsdiagramm
beeinflusst werden.
Die Gesamtleistung wird dabei wiederum nicht von der Antenne erzeugt.
Sie wird räumlich anders verteilt.
HB9-Vertiefung: Phasenlage¶
Für Richtantennen ist nicht nur entscheidend:
wie viel Strom
in einem Element fliesst.
Ebenso wichtig ist:
mit welcher Phase
dieser Strom fliesst.
Zwei räumlich getrennte Elemente können ihre Felder in einer Richtung:
addieren
und in einer anderen Richtung:
teilweise oder vollständig auslöschen
Genau dieses Prinzip bildet die Grundlage vieler:
- Richtantennen
- Antennengruppen
- Phased Arrays
Phased Array¶
Bei einem:
Phased Array
werden mehrere Antennenelemente mit kontrollierten:
- Amplituden
- Phasenlagen
gespeist.
Dadurch kann die Hauptstrahlrichtung beeinflusst werden.
In komplexen Systemen kann dies sogar ohne mechanisches Drehen der Antenne erfolgen.
Das Grundprinzip ist wichtig.
Die mathematische Auslegung komplexer Arrays gehört jedoch nicht zum grundlegenden HB3/HB9-Lernziel dieses Kapitels.
Welche Antenne für welche Aufgabe?¶
Es gibt keine universell beste Antenne.
Lokaler Mobilfunk¶
Oft sinnvoll:
- vertikale Antenne
- Rundstrahlcharakteristik
Kurzwellen-DX¶
Je nach Möglichkeiten:
- horizontaler Dipol
- Beam
- Yagi
- Quad
VHF/UHF-DX¶
Häufig:
- Yagi
- gestockte Yagis
- andere stark gerichtete Systeme
Satelliten¶
Je nach System:
- Yagi
- gekreuzte Yagi
- Helix
- zirkular polarisierte Antenne
Mikrowellen¶
Häufig:
- Parabolantenne
- Horn
- entsprechende Feed-Systeme
Antennengewinn und Wirkungsgrad nicht verwechseln¶
Eine Richtantenne kann hohen Gewinn besitzen, weil sie Energie räumlich konzentriert.
Der Wirkungsgrad beschreibt dagegen, welcher Anteil der zugeführten Leistung tatsächlich abgestrahlt wird.
Beispiel:
Eine Antenne könnte einen guten Richtfaktor besitzen, aber gleichzeitig hohe ohmsche Verluste haben.
Dann ist ihre tatsächliche Leistung schlechter, als der reine Richtfaktor vermuten lässt.
Richtwirkung und Gewinn¶
Auch diese Begriffe werden häufig gleichgesetzt, sind streng betrachtet aber nicht identisch.
Richtwirkung¶
beschreibt die räumliche Konzentration gegenüber einer idealisierten gleichmässigen Abstrahlung, ohne Verluste einzubeziehen.
Gewinn¶
berücksichtigt zusätzlich den Wirkungsgrad der realen Antenne.
Für das grundlegende Amateurfunkverständnis werden beide Begriffe in der Praxis häufig gemeinsam betrachtet.
Für HB9 ist die Unterscheidung technisch sinnvoll.
Anpassung und Gewinn sind unabhängig¶
Eine Antenne kann:
- hohen Gewinn
- schlechte Anpassung
besitzen.
Oder:
- perfektes SWR
- praktisch keinen Richtgewinn
zeigen.
Deshalb müssen folgende Eigenschaften getrennt beurteilt werden:
- Anpassung
- Wirkungsgrad
- Richtwirkung
- Gewinn
- Bandbreite
Bandbreite einer Richtantenne¶
Auch Richtantennen besitzen einen begrenzten nutzbaren Frequenzbereich.
Mit zunehmender Abweichung von der Entwurfsfrequenz können sich verändern:
- SWR
- Gewinn
- Vor-Rück-Verhältnis
- Strahlungsdiagramm
Eine Yagi kann deshalb auf ihrer Entwurfsfrequenz ausgezeichnet funktionieren und an einem deutlich anderen Bandende bereits schlechtere Eigenschaften besitzen.
Antennenrichtung beim Empfang¶
Eine Richtantenne verbessert nicht nur das Sendesignal in eine gewünschte Richtung.
Beim Empfang kann sie gleichzeitig:
- das Nutzsignal aus dieser Richtung bevorzugen
- Störer aus anderen Richtungen unterdrücken
In stark gestörter Umgebung kann diese Richtwirkung wichtiger sein als zusätzlicher Sendegwinn.
Nullstellen können besonders wertvoll sein¶
Bei Empfangsproblemen ist nicht immer die Richtung mit dem grössten Gewinn entscheidend.
Eine tiefe:
Nullstelle
in Richtung eines Störers kann einen grossen praktischen Vorteil bringen.
Dies ist besonders bei:
- Magnetic Loops
- Richtantennen
- Antennengruppen
nützlich.
Reziprozität¶
Eine passive lineare Antenne besitzt grundsätzlich dieselbe Richtcharakteristik beim:
Senden
und:
Empfangen
Eine Richtung mit hohem Sendegwinn besitzt deshalb grundsätzlich auch eine entsprechend hohe Empfangsempfindlichkeit.
Dies wird als:
Reziprozität
bezeichnet.
Drei Dinge, die man nicht verwechseln darf¶
Rundstrahler und Isotropstrahler¶
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Rundstrahler | annähernd gleichmässige Abstrahlung in einer Ebene |
| Isotropstrahler | theoretisch gleiche Abstrahlung in alle Raumrichtungen |
dBi und dBd¶
| Angabe | Referenz |
|---|---|
| dBi | Isotropstrahler |
| dBd | Halbwellendipol |
Richtwirkung und Leistung¶
Antennengewinn bedeutet:
Energie räumlich konzentrieren
nicht:
zusätzliche Energie erzeugen
Öffnungswinkel und Vor-Rück-Verhältnis¶
Öffnungswinkel
→ Breite der Hauptkeule
Vor-Rück-Verhältnis
→ Verhältnis Hauptstrahlrichtung zu exakt entgegengesetzter Richtung
Antennenübersicht¶
| Antenne | typische Charakteristik | typische Polarisation | typische Anwendung |
|---|---|---|---|
| horizontaler Dipol | bidirektional | horizontal | Kurzwelle |
| vertikaler Dipol | Rundstrahler horizontal | vertikal | VHF/UHF |
| Groundplane | Rundstrahler horizontal | vertikal | mobil, VHF/UHF |
| Faltdipol | ähnlich Dipol | abhängig von Montage | Yagi-Speiseelement |
| Yagi | stark gerichtet | abhängig von Montage | DX, VHF/UHF |
| HB9CV | gerichtet | abhängig von Montage | portable/VHF/UHF |
| Quad | gerichtet | abhängig von Speisepunkt | KW bis UHF |
| Magnetic Loop | bidirektional mit Nullstellen | abhängig von Montage | KW, Empfang, kompakte Systeme |
| Parabol | stark gerichtet | abhängig vom Feed | Mikrowellen |
| Horn | gerichtet | abhängig von Aufbau | Mikrowellen |
| Helix axial | gerichtet | zirkular | Satelliten, Mikrowellen |
Die Tabelle beschreibt typische Ausführungen. Viele Antennenformen können unterschiedlich aufgebaut und polarisiert werden.
Lernschema¶
Bei einer Frage zu einer Antennenform gehe in dieser Reihenfolge vor:
- Welche Antennenform ist dargestellt?
- Ist sie rundstrahlend oder gerichtet?
- Wo liegt die Hauptstrahlrichtung?
- Welche Polarisation besitzt sie?
- Welche Elemente werden aktiv gespeist?
- Gibt es parasitäre Elemente?
- Welche Referenz wird für den Gewinn verwendet?
- Wie breit ist die Hauptkeule?
- Wie gross ist die Rückwärtsdämpfung?
- Für welche praktische Aufgabe ist diese Antenne geeignet?
Die wichtigsten Zusammenhänge auf einen Blick¶
Antennengewinnfaktor:
Gewinn in dB:
Umrechnung zwischen dBd und dBi:
Halbwellendipol:
Der 3-dB-Öffnungswinkel wird zwischen den beiden Richtungen gemessen, in denen die Leistung gegenüber dem Maximum um:
abgefallen ist.
Merksätze¶
Ein Strahlungsdiagramm zeigt die Richtwirkung einer Antenne.
Ein horizontaler Dipol strahlt quer zu seiner Drahtachse am stärksten.
Eine vertikale Groundplane besitzt in der Horizontalebene eine annähernde Rundstrahlcharakteristik.
Ein Rundstrahler ist nicht dasselbe wie ein Isotropstrahler.
Der isotrope Strahler ist eine theoretische Referenzantenne.
Antennengewinn entsteht durch räumliche Konzentration der vorhandenen Energie.
Eine passive Antenne erzeugt keine zusätzliche Leistung.
dBi bezieht sich auf den Isotropstrahler.
dBd bezieht sich auf den Halbwellendipol.
Ein Halbwellendipol besitzt gegenüber dem Isotropstrahler 2,15 dB Gewinn.
Bei einer Yagi liegt der Reflektor hinter und die Direktoren vor dem gespeisten Element.
Die Hauptstrahlrichtung einer Yagi zeigt zur Direktorenseite.
Das Vor-Rück-Verhältnis vergleicht Vorwärts- und Rückwärtsrichtung.
Der 3-dB-Öffnungswinkel beschreibt die Breite der Hauptkeule zwischen den Halbwertspunkten.
Eine HB9CV besitzt zwei aktiv gekoppelte Elemente.
Eine Magnetic Loop bildet mit ihrem Abstimmkondensator einen resonanten Schwingkreis.
Parabol- und Hornantennen werden besonders bei kurzen Wellenlängen eingesetzt.
Eine axial betriebene Helix kann zirkular polarisiert sein.
Sende- und Empfangscharakteristik einer passiven Antenne sind grundsätzlich gleich.
Selbstkontrolle¶
Versuche die Fragen zuerst ohne Nachschlagen zu beantworten.
-
In welche Richtung strahlt ein horizontaler Halbwellendipol am stärksten?
-
Wie sieht sein vereinfachtes horizontales Strahlungsdiagramm aus?
-
Was bedeutet Rundstrahlcharakteristik bei einer Groundplane?
-
Was ist ein isotroper Strahler?
-
Kann ein isotroper Strahler ideal in der Realität gebaut werden?
-
Was bedeutet Antennengewinn?
-
Erzeugt eine passive Antenne zusätzliche Leistung?
-
Worauf bezieht sich dBi?
-
Worauf bezieht sich dBd?
-
Wie gross ist der Gewinn eines Halbwellendipols gegenüber dem Isotropstrahler?
-
Eine Antenne besitzt 6 dBd. Wie viel dBi entspricht dies?
-
Welche drei Grundelemente besitzt eine klassische Yagi?
-
Welches Yagi-Element wird direkt gespeist?
-
In welche Richtung zeigt die Hauptkeule einer Yagi?
-
Was bezeichnet das Vor-Rück-Verhältnis?
-
Was bezeichnet der 3-dB-Öffnungswinkel?
-
Was unterscheidet eine HB9CV grundsätzlich von einer klassischen Yagi?
-
Wie gross ist der Umfang eines einfachen resonanten Quad-Schleifenelements ungefähr?
-
Welche zwei wesentlichen Teile bilden den Resonanzkreis einer Magnetic Loop?
-
Warum besitzt eine kleine effiziente Magnetic Loop häufig eine geringe Bandbreite?
-
Wozu dient ein Parabolspiegel?
-
Wo liegt bei einer Parabolantenne das Speisesystem?
-
In welchem Frequenzbereich sind Hornantennen besonders verbreitet?
-
Welche Polarisation kann eine axial betriebene Helix erzeugen?
-
Warum kann eine Richtantenne den Empfang verbessern, obwohl der Empfänger selbst nicht empfindlicher wird?
Antworten¶
-
Quer zur Drahtachse.
-
Vereinfacht wie eine Acht.
-
Annähernd gleiche Abstrahlung in alle horizontalen Richtungen.
-
Eine theoretische Antenne, die in alle Raumrichtungen gleich abstrahlt.
-
Nein.
-
Die bevorzugte Konzentration der abgestrahlten beziehungsweise empfangenen Energie in bestimmte Richtungen gegenüber einer Referenzantenne.
-
Nein.
-
Auf den isotropen Strahler.
-
Auf den Halbwellendipol.
-
\(2{,}15\ \mathrm{dBi}\)
-
\(6+2{,}15 = 8{,}15\ \mathrm{dBi}\)
-
Reflektor, gespeistes Element und Direktoren.
-
Das gespeiste Element, häufig ein Dipol oder Faltdipol.
-
Zur Direktorenseite.
-
Das Verhältnis zwischen Abstrahlung in Hauptstrahlrichtung und in die exakt entgegengesetzte Richtung.
-
Die Winkelbreite der Hauptkeule zwischen den beiden Punkten, an denen die Leistung gegenüber dem Maximum um 3 dB abgefallen ist.
-
Bei der HB9CV werden zwei Hauptelemente aktiv mit definierter Phasenbeziehung gekoppelt. Bei der klassischen Yagi ist normalerweise nur ein Element direkt gespeist.
-
\(\lambda\)
-
Die Induktivität der grossen Schleife und der Abstimmkondensator.
-
Weil sie typischerweise eine hohe Güte besitzt.
-
Er bündelt elektromagnetische Energie zwischen dem Brennpunkt und einer stark gerichteten Welle.
-
Im beziehungsweise nahe dem Brennpunkt.
-
Besonders im Mikrowellenbereich.
-
Zirkulare Polarisation.
-
Weil sie das Nutzsignal aus der gewünschten Richtung bevorzugt empfängt und gleichzeitig Signale beziehungsweise Störungen aus anderen Richtungen abschwächen kann.
Prüfungsbezug HB3 und HB9¶
Die aktuellen BAKOM-Prüfungsvorschriften nennen ausdrücklich:
- Antennentypen
- Antenneneigenschaften
- Antennenzuleitungen und Anpassung
Für dieses Kapitel sind insbesondere wichtig:
- Halbwellendipol
- Groundplane
- Faltdipol
- Richtantennen
- Strahlungsdiagramme
- Polarisation
- Antennengewinn
- Vor-Rück-Verhältnis
- Öffnungswinkel
- grundlegende Eigenschaften verschiedener Antennenformen
Die aktuelle BAKOM-Formelsammlung enthält:
- Antennengewinnfaktor
- Antennengewinn in dB
- dBi
- dBd
- den Zusammenhang:
Ältere schweizerische Prüfungsunterlagen enthalten zusätzlich klassische Fragen zu:
- Yagi- und anderen VHF/UHF-Antennen
- Faltdipol
- Groundplane
- HB9CV
- Quad
- Parabolantenne
- Hornstrahler
- Helix
- Antennengewinn
- Vor-Rück-Verhältnis
- 3-dB-Öffnungswinkel
Diese älteren Fragen sind keine aktuelle verbindliche Prüfungsgrundlage, zeigen aber typische Grundlagen der schweizerischen Amateurfunkausbildung.
Für HB9 sollte zusätzlich sicher verstanden werden:
- Zusammenhang zwischen Gewinnfaktor und dB
- Unterschied dBi und dBd
- räumliche Feldüberlagerung
- Bedeutung von Phasenlagen bei Richtantennen
- Unterschied zwischen Richtwirkung und realem Antennengewinn
Impedanz, Anpassung und SWR folgen in Kapitel 6.
Navigation¶
← Kapitel 4: Grundlagen der Antennentechnik
↑ Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Kapitel 6: Impedanz, Anpassung und SWR →
© 2026 Marcel Sauder. Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung, Verbreitung oder Weitergabe, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung.